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Sofia und Dasha zu Besuch bei GRAFING Nr. 1 im Hotelzimmer |
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Sofia und ihre Klassenkameraden zeigen mir Sverdlovsk |
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Am Platz der 7 Weltwunder in Sverdlovsk auf dem Eiffelturm |
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Ich spiele deutsche und englische Lieder |
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Autogrammstunde |
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Als Abschiedsgeschenk ein ukrainisches Geschichtsbuch |
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Abschied von der Ukraine |
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Rußland: Dusche in Andrejs Garten |
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Andrejs Familie |
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Pferdewewchsel |
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Mein Benzintank für den Kocher wird gefüllt |
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Übernachtungsplatz vom 7.6.07 |
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Russische Unendlichkeit |
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Brücke über den Don |
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Meine Brotzeit |
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Ankunft in Wolgograd am Morgen des 9.6.07 |
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Zu Gast bei Valodia, dem Präsidenten des Fahrradclubs von Wolgograd |
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Wolgograd, Tag 41, Kilometer 3597, Fahrzeit
188:48h, Koordinaten: N48°40’29,5”, O44°28’10,5”
Gestern kam ich in Wolgograd an, und wie es der Zufall so will, wohne
ich jetzt nicht in einem Hotel, sondern beim Präsidenten des örtlichen
Fahrradclubs Orion. Mehr dazu aber später.
Die Tage am Asowschen Meer waren kein wirklicher Strandurlaub. Am
ersten Abend fegte ein Orkan mich und mein Zelt fast weg. Am nächsten
Tag war das Meer so aufgewühlt, und es lagen so viele tote Fische am
Strand, dass einem jegliche Lust am Baden verging. Auch die Tatsache,
dass nur 30 km entfernt der Ort Mariupol, eine Industriemetropole liegt,
in der die durchschnittliche Lebenserwartung ca. 40 Jahre beträgt, war
kein Pluspunkt. Dennoch war es landschaftlich an diesem Stück Steilküste
sehr schön mit wenig Menschen und vielen Tieren. Aber nach zwei Tagen
hatte ich genug und zog weiter wieder Richtung Norden zur östlichsten
Stadt der Ukraine Sverdlovsk.
Die Straßen waren entgegen meiner Informationen in besserem Zustand,
als in der West- und Zentralukraine. Das betraf alle Straßentypen. Die
riesigen Industrieanlagen mit ihren Wäldern von Schloten und
Schornsteinen waren in jeder größeren Stadt zu sehen. Viele von denen
sind schon lange nicht mehr in Betrieb und komplett sich selbst
überlassen.
In Sverdlovsk suchte ich nach einem Hotel, denn nach einer Woche
Katzenwäsche fühlen sich die Haare eher wie Stroh und die Haut eher wie
Sand an, und das lässt sich mit einer gescheiten Dusche leicht wieder
ändern.
Ich ging in das einzige Hotel in der Stadt, das war ein richtig noble
Unterkunft, hatte aber auch den Preis von einer Woche Reisen.
Den Tag verbrachte ich mit Bummeln, Eisessen und Internetcafe- Suche.
Doch erfolglos, also fragte ich zwei Männer. Die Verständigng war ein
bisschen schwierig, da sie, wie viele Männer hier, zum Frühstück keinen
O-Saft, sondern Wodka trinken. Aber es kamen gleich zwei Schülerinnen
herbei, die mein Problem erkannten und mit Englisch aushalfen. Sofia und
ihre Freundin begleiteten mich dann zu dem "besten" Internetcafe der
Stadt. In einem Hinterhof, ohne Kennzeichnung ging es in einen dunklen
Raum, in dem viele Jugendliche vor Computern saßen und versuchten, ihre
Freunde virtuell zu töten. Läden wie dieser sind keine Seltenheit. Hier
und dort findet man auch fast immer Internetanschluss.
Sofia, ihre Freundin und ich verabredeten uns für den nächsten Tag
vor dem Hotel, wo sie auch mit allen ihren Freunden und Klassenkameraden
erschienen. Ich zog in ein anderes (es gab doch noch eines, das sich
aber nur schwer als "Hotel" erkennen ließ), abends wollten mir meine
neuen Freunde ihre Stadt zeigen.
Der Abend war grandios. Wir zogen durch die Strassen, redeten
englisch, russisch und deutsch, erklommen die Pyramiden von Gizeh und
den Eiffelturm auf dem Platz der "sieben Weltwunder" und hatten sehr
viel Spaß.
Am nächsten Morgen trafen wie uns wieder, um der Schule einen Besuch
abzustatten. Dort wurde die Deutschlehrerin herbeigeholt, und ich
erzählte von meiner Tour und von Deutschland.
Dann fuhr ich wieder weiter Richtung russische Grenze. Als
Abschiedsgeschenk bekam ich eine Tüte meiner heißgeliebten Waffeln,
einen ukrainischen Pass-Umschlag und ein Buch über die ukrainische
Geschichte der 11. Klasse - auf russisch???!!!
An der Grenze gab es überhaupt keine Probleme. Die Grenzbeamten waren
sehr von meiner Tour beeindruckt und die Prozedur dauerte keine halbe
Stunde. Dann endlich hatte ich russischen Asphalt unter den Rädern.
Glatt, makellos und mit sauberer Markierung versehen lag die erste
russische Strasse vor mir, und die nächsten Kilometer liefen wie von
selbst.
Bei der ersten Kreuzung fragte ich eine Gruppe von Männern nach dem
Weg, denn die Wegführung war ein bisschen seltsam Ich hatte ja keine
russische Landkarte, da das Paket mit den Ersatzteilen, Landkarten und
Führern leider nicht in Krivoj Rog angekommen war.
Die Männer erklärten mir bereitwillig den Weg, und ich konnte
weiterfahren. Nach zwei Kilometern hielt plötzlich ein Auto vor mir auf
der Straße, einer der Männer stieg aus und machte mir verständlich, dass
ich ihm folgen solle. Ich tat wie befohlen, und wir kamen im
Stadtzentrum vor dem Leninmonument (Leninmonument=Stadtzentrum) an. Dort
fragte er mich, ob ich im Hotel oder bei ihm zu Hause übernachten wolle.
Mein Gefühl, auf das ich mich bis jetzt immer sehr gut verlassen konnte,
sagte mir, dass alles ok sei. Also nahm ich sein Angebot dankend an. Wir
fuhren noch ein Stück und kamen schließlich zu einem kleinen Haus. Dort
empfing uns Andrejs Frau Anna und der zweijährige Sohn Daniel. Ich wurde
erst einmal unter die Dusche Marke Eigenbau im Garten gestellt, während
mir Anna was zu essen vorbereitete.
Ich war sehr froh, wieder solch nette Menschen kennenzulernen, doch
war ich auch ein bisschen beschämt über diese großzügige
Gastfreundschaft. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Reden. Diese
Unterhaltungen, die nur auf russisch ablaufen, sind einfach phänomenal.
Ich hatte mir wirklich nicht vorstellen können, dass man sich so gut
ohne Sprachkenntnisse, oder nur mit ein Paar Worten verständigen kann.
Es wird gesprochen, gestikuliert und gemalt solange, bis man es dem
Gegenüber verständlich machen kann, und das klappt hervorragend.
Begleitet von Andrej im Auto fuhr ich am nächsten Tag weiter Richtung
Wolgograd.
Jetzt merkte ich wirklich, dass ich in Russland, dem größten Land der
Welt war. Hier spielen ganz andere Dimensionen eine Rolle. Die Dörfer
folgten auf meiner Stracke nach Wolgograd nur noch im Abstand von 40- 70
Kilometern, und dazwischen ab und zu eine Tankstelle. Wenn ich mir aber
dann die wirklich wenig besiedelten Gebiete wie Nordsibirien, auf dem
neu erstandenen Russlandatlas ansehe, bei dem die Orte auf der Karte in
einem Maßstab von 1:52000000 im Abstand von 5 cm liegen, ohne
Straßenverbindung, dann wird es mir doch noch einmal ganz anders. Gott
sei Dank fahre ich nicht durch diese unendlichen Weiten Sibiriens,
sondern "nur" durch die endlosen Steppen Kasachstans.
Nach drei Tagen mit wieder teilweise heftigem Gegenwind sah ich
endlich das mir schon von Fotos bekannte Eingangsmonument von Wolgograd.
In der Innenstadt beim Bahnhof gab es Marmeladenbrot und Kekse. Dann ein
Blick auf den Stadtplan, wo man am besten übernachten könne. Ich
entschied mich für den Norden der Stadt, doch legte ich noch keine 100
Meter zurück, als mich ein Russe ansprach. Das war nichts
Ungewöhnliches, aber er zückte, nachdem er mein Vorhaben verstanden
hatte, sein Handy, telefonierte ein paarmal, gab mir sein Telefon und
ich sprach mit einem Freund, der englisch konnte. Ich erfuhr, dass
gleich Valodia, der Präsident des Fahrradclubs "Orion" komme, und bei
dem ich wohnen könne.
Heute Morgen ist Valodia zwar auf ein 600km Rennen durch Südrussland
gestartet (ich wäre so gerne mitgefahren...), aber ich spazierte mit
seiner Tochter Olga und ihrem Freund Denis durch Wolgograd. Dabei
verständigten wir uns wieder einmal nur auf russisch und "händisch".
Der erste Ausflug ins Zentrum gestern begeisterte mich so sehr, dass
ich jetzt ein richtiger Wolgograd-Fan geworden bin.
Ich freue mich schon sehr auf die nächsten drei Tage Ferien vom
Radeln.
Das Grafing No One läuft und läuft. Keinen Platten oder Panne auf den
3600 Kilometern von Pienzenau nach Wolgograd!!!!