| Bilder vom 6. Tourbericht - 11. August
2007 |
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ANKUNFT IN ASIEN |
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AUCH GUTE REIFEN PLATZEN |
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STEPPENFEUER |
Video EINSAMKEIT |
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UND SONST
NICHTS |
Video WELLBLECHPISTE |
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Platten |
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Furt mit Brücke |
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Mantel nähen |
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Raststation |
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Tröstung |
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Übung macht den Meister |
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Trostlos |
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Abwechslung |
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Paul and me |
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Ende der Straße |
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Endlich in Aralsk |
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Uns geht's gut bei Kamelfleisch |
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Fahrradladen und anderes |
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Kirgisischer Bäcker |
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Quartier in Bischek 1 |
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Quartier in Bischek 2 |
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Markt in Bischek |
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Kirgisische Gastfreundlichkeit |
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Badefreuden am 1600 m hoch gelegenen Isyk Kol |
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6. Tourbericht vom 11. August 2007 Cholopon Ata
Cholopon Ata; Tag 82; Kilometer
7371km; Fahrzeit 374 Std.
Ich sitze gerade (21.Juli 10Uhr32)
am wunderschönen Isyk Kol in Kirgisien, einem der höchst gelegenen Seen
der Welt, in einem Internetcafe und warte ein Gewitter ab. Wie grotesk,
denn vor ein paar Tagen schmorte ich noch in der Steppe Kasachstans bei
48°C im Schatten. Aber nun der Reihe nach:
Ich verließ das Kaspische Meer (Atyrau)
tatendurstig, um die gewaltige Strecke (über 1000km) zum Aralsee zu
überwinden, mitten durch unendliche Steppe. Die Straßen wurden
schlechter, der Teer wandelte sich in Schotter, die Fläche wurde zum
Wellblech, Sand kam hinzu. Neben mir versuchten gerade 4 Kasachen ein
Auto aus dem Sand zu schaufeln – wie in der Wüste! Der erste Platten,
der zweite Platten und dann kam die Sehnenscheidenentzündung dazu. Und
gerade im Knie, das konnte ja heiter werden! Gott sei Dank hatte ich in
meiner Apotheke Arnika dabei!
Dann vor Schubarkudyk platzte der
Mantel, und ich musste das erste Mal den Mantel mit Nadel und Faden
nähen – nach 350km von 2500km kasachischer Steppe. Aber bis Kandagasch
schaffte ich es dennoch einigermaßen, nicht zuletzt mit Hilfe der
Menschen, die mich in den Cafes immer wieder einluden. Hier machte ich
einen Ruhetag und traf Paul, einen Engländer, der mit dem Fahrrad von
England nach Schanghai wollte. Es ist schon erstaunlich, wen man in der
kasachischen Steppe so alles trifft: Motorradfahrer, einen deutschen
Autofahrer, natürlich four-wheel-drived, sogar einen Fußgänger, der sein
Gepäck im Handwagen hinterher zog, Steppenadler rechts und links,
Kamele, Pferdeherden, Schafe usw. ganz abgesehen von den Kasachen, die
auf Pferd, Karren, Motorrad, Fahrrad ihr Vieh vorwärtstrieben. Und nun
fuhr ich also zu zweit weiter, was meinem Knie sehr gut tat, denn Paul
war nicht allzu schnell, aber auch meiner Seele. Wir kamen nur sehr
mühsam vorwärts, einmal der Wind von vorne, dann wehte er von hinten,
aber die Buckelpiste war so schlecht, dass man nicht schneller als
10km/h fahren konnte. Und dann die Wahnsinns Hitze! Sie wurde so
unbarmherzig, dass wir uns entschlossen, nachts zu fahren. Vor Schalkar
der siebte Platten!!!!!
In Schalkar endete der Weg in einer
Sanddüne. Wir suchten, fanden aber keine Möglichkeit, hier
weiterzukommen. Also verließen wir die uns beruhigende Bahntrasse, und
jetzt gings ab in die Steppe der Superlative. Der Umweg über Yrghyz
kostete uns ca 150km. Dann sahen wir ein Gewitter in der Ferne – und
danach brannte die Steppe. Auch wenn die Szenerie vom Sessel zu Hause
vielleicht berauschend gewirkt hätte, wir bekamen doch ein wenig
Muffensausen. Das Feuer reichte kilometerweit und beleuchtete schaurig
die Nachtsteppe. Unsere Piste führte bis auf 20m an die Feuerlinie
heran, dann bog sie Gott sei Dank nach rechts ab. Es folgten: 300km ohne
Wasserstation, mitten in der Sandsteppe nachts Platten Flicken, kein
menschliches Wesen außer einer Grabstele – wie ermutigend - , das sind
Stichworte für das, was wir dort erlebten.
In Aralsk angekommen ging es uns
gleich viel besser. Hier lud uns zur „Entschädigung“ eine Kasachin zum
Kamelfleischessen ein. Das erste Mal mit der Hand aus einer gemeinsamen
Schüssel essen, das war nach diesen Strapazen ein „cooles“ Gefühl.
Aralsk wird allerdings von vielen Touristen besucht, die dann für 150
Dollar einen Rundflug zum Aralsee buchen können. Der See – und einige
rostende Kutter - sind nämlich heute von den Hafenanlagen 100km weit
entfernt, weil die Sowjetrussen damals skrupellos und kurzsichtig dem
See das Wasser abgruben.
Am 7. Juli fuhr ich weiter. Paul
begleitete mich noch ein paar Kilometer. Gemeinsam stiegen wir auf den
Aussichtsturm, von dem man tatsächlich am Horizont den Aralsee flimmern
sehen konnte. Dann trennten sich unsere Wege. Ich strampelte flott
voran, die Piste war geteert, der Wind günstig. Inzwischen waren der
Gepäckträger aus Alu zum dritten Mal gebrochen, die Pedale kaputt. Mit
Kabelbinder und Zelttape entwickelte ich mich zum Improvisateur.
Trotzdem schnell eine SMS an das Basislager zu Hause: „Brauche
Schläuche, Mäntel, Pedale und am liebsten einen Gepäckträger aus Eisen!“
Den kann man dann wenigstens hier überall schweißen lassen. Die Antwort
von zu Hause: „Die deutsche Botschaft in Almaty meint, man bekomme in
Almaty alles!“ Also weiter mit, Kabelbindern reparieren! -
SMS ins Basislager:
„10. Juli 11Uhr56
Hallo, bin in
Qyzylorda. Gepäckträger gestern um
Mitternacht noch einmal gebrochen. Jetzt halten mein Gepäck nur noch ein
paar Kabelbinder und mein Wille, dieses verdammt große Land mit dem
Fahrrad zu durchqueren. Schweißen kann ich vergessen, zu viele und
komplizierte Bruchstellen, außerdem Alu. Kaufe einen neuen.
11.Juli 12Uhr 54
Bin in Zhangaqorghan. low rider ist
auch gebrochen! Bin gespannt, was als nächstes dran kommt. Bin
inzwischen ziemlich gut im Reparieren. Trotzdem ist´s langsam nervig,
denn die Straßen sind eigentlich ganz gut jetzt. Freue mich schon auf
die richtig hohen Berge. Ein paar Hügel sehe ich schon.
12.Juli 16Uhr53
Hallo, bin in Shymkent, gestern
300km – Ritt. Wind war gut und ich war gut drauf. Leute sind sehr nett,
wenn sie nicht betrunken sind. Michael“
Die letzten 1000km gingen recht
flott. Endlich sah ich wieder Berge.
In Shymkent erholte ich mich ein
bisschen und kaufte in einem orientalischen Auto-und Fahrradzubehör -
Laden einen Gepäckträger. Dieser sah nicht sehr widerstandsfähig aus und
brach bald wieder. Aber schnell war er in einer „orientalischen“
Werkstatt wieder geschweißt worden.
Die Menschen auf dem Weg sind sehr
sehr nett. Ich bekam zB von einem ehrenamtlichen Helfer eine
interessante Führung in einer Moschee. In einem Cafe lernte ich außerdem
zwei Soldaten kennen, die mir stolz gleich ihre gesamte Kaserne zeigten.
Aufgereiht standen dort ca 50 Panzer und anderes Kriegsgerät. Die Luft
überwachte eine riesige Radaranlage, hier am Ende der Welt, wo Krieg
wohl unsinniger nicht sein könnte, wenn er überhaupt jemals Sinn hat!
Das schönste war jedoch: Es
regnete!!!!! Nach 3000km Steppe!!! So schön habe ich Regen noch nie
empfunden!
Am 16.Juli erreichte ich Bischkek,
die Hauptstadt Kirgisiens. Auf dem Hinweg waren mir schon einige
Touristen auf Rädern begegnet, die mir in Bischkek ein billiges Quartier
empfahlen. So gelangte ich nun in einen engen Garten, in dem zwei Jurten
dicht an dicht standen. Innen waren sie prächtig und farbenfroh mit
Stoffen ausgekleidet. Die Konstruktion war so simpel wie schön
anzusehen. Das einzige, was nicht so hineinpasste, waren
Pressspan-Betten, die kreuz und quer standen. Ich fand gerade mal für
mein Gepäck genügend Platz.
Aber dann war Kommunikation
angesagt. Denn für Menschen aus aller Herren Länder schien hier ein
Knotenpunkt zu sein. Australier, Franzosen, Engländer, Japaner,
Amerikaner usw. Es wurde jedenfalls heftigst ausgetauscht, in englisch,
französisch und mit Händen natürlich. Ich genoss die Tage hier und
konnte viel viel lachen. Vor der Reise hatte ich Angst gehabt, dass ich
das zu wenig könne. Dem ist nun nicht so.
In Bischkek muss man auf den Markt
gehen. Dort herrscht Farbenpracht, Enge und Leben vor. Der Schuster
arbeitet fast direkt am Fuß, die Metzger zerteilen Fleisch, Säcke stehen
prall gefüllt und laden zum Einkaufen. Am meisten war ich über die
„Apotheke“ erstaunt. Mit europäischen Verhältnissen nicht zu
vergleichen. Ein Tisch mit Tischdecke, darauf Verbandszeug, mehr oder
wenig steril, Einmalspritzen, diverse Fläschchen, Tablettenröhrchen und
Tücher fein säuberlich gestapelt –eine wahre Pracht! Ein Bild vom
hiesigen Fahrrad-Reifen-Stand werde ich dem Riederer schicken, der wird
staunen!
Am 19.Juli fuhr ich weiter auf
geänderter Route – also nicht direkt nach Almaty, der Hauptstadt
Kasachstans. Ich wollte nämlich hierher zu dem auf ca1600m hoch
gelegenen Gebirgssee. Leider wurde das Wetter jetzt zunehmend
schlechter, so dass ich die Viertausender nur ab und zu erahnen kann.
Der Verkehr hier ist abenteuerlich, weil man sich ständig fragen muss,
ob die Autofahrer das Autofahren überhaupt gelernt haben.
Hoffentlich komme ich irgendwo auf
die Berge hinauf!
Bis dann Michael