| Bilder vom 7. Tourbericht - 11. August
2007 |
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FAMILIENSPIELE |
Video PASSSTRASSE |
| Video GRENZE |
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Schnell Milch holen. |
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Familienspiele |
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Rast bei Regen |
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Durch wunderschöne Landschaft |
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Prachthut |
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Jurte und Herden |
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nähen |
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Straßenverkäuferinnen |
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kasachische Landschaft |
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nicht nur mir |
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Almaty - westlich beherrscht |
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Ludmilla kauft ein |
7. Tourbericht vom 13. August 2007 Almaty -
Kasachstan
Almaty; Kasachstan; Tag 87,
Kilometer 7735
Ich habe meine Pläne schon wieder geändert, diesmal
jedoch zwang mich das Wetter dazu.
Am Isyk Kol schien sich dann wettermäßig alles
gegen mich verschworen zu haben. Ich wollte die hohen Viertausender
sehen, vielleicht sogar besteigen, bzw. einen Pass hinauffahren bis auf
3800m. Dieser führt in das südliche Kirgisien.
Nein, nichts da. Regen und nichts als Regen! Eine
große Familie nahm mich zwei Tage gastfreundlich auf. Mit den Kindern
spielte ich Volleyball, sie zeigten mir Kunststücke und ich ihnen meinen
„Le petit prince“, den ich mir als Steppenlektüre in Astrachan auf
französisch gekauft hatte. Nurtschigit, so hieß der 10jährige Sohn,
erzählte mir dann die ganze Geschichte auf kasachisch, indem er die
Bilder auf seine Art kommentierte.
Als der Regen aufhörte, nahm ich den Pass in
Angriff. Aber die gewohnt schlechte Straße, die bei Schlamm natürlich
noch schwieriger zu befahren war, und der wieder einsetzende Regen, der
sich ab 3000m in Schnee verwandelte, zwangen mich schließlich zur
Umkehr.
Ich fuhr weiter durch phantastische kirgisische
Landschaften. Abends erschollen von überallher die lauten Rufe der
Hirten auf ihren wendigen Pferden, die ihre Herden zusammentrieben. Es
war trotz Regen grandios. Am Straßenrand fand ich unter Regenschirmen
kauernd Händlerinnen, meist Frauen, die Milch und Früchte anboten.
Manche hatten es sich unter Regenschirm und Grasdächern richtig
gemütlich gemacht – und sie lachten immer, waren immer freundlich.
Grandios!
Eine Passtrasse, die auf meiner 1:1Mio - Landkarte
eingezeichnet war, mutierte allmählich zu einem Feldweg, den man beim
Alpencross normalerweise mit dem mountain – bike fährt. Entsprechend
klapperte und krachte inzwischen mein Fahrrad, bzw die Aufbauten. Der
Gepäckträger aus Bischkek war schön längst wieder gebrochen.
Aber die Landschaft, diese Weiten, zunächst Berge,
dann sanfte unbewaldete Hügel und schließlich wieder die unendliche
Ebene! Einzeln verstreut lagen die Jurten der Hirten, meist auch ein
Wagen daneben, der eher wie ein kleiner Bauwagen aussah. Wahrscheinlich
zogen sie nomadisierend mit ihren Herden durch diese herrliche
Landschaft.
Die Grenze nach Kasachstan – ich fuhr also jetzt
das zweite Mal, diesmal ganz im Osten nach Kasachstan ein – bestand
wahrscheinlich aus einem Bauwagen. Ich bin mir aber nicht ganz sicher,
denn es war dort einfach sonst nichts. Ist auch nicht besonders wichtig!
Meine Reifen taten mir viel mehr weh. 50km vor Shonzhy, meinem Ziel,
platzte er zum zweiten Mal. Ich hatte nur noch einen halben Liter
Wasser. Wieviel mal Nähen hält ein solcher Mantel überhaupt aus? Ich
setzte mich also und nähte, klebte den Schlauch, pumpte auf und flehte
alle Steppengötter um Hilfe. 50km Schieben und nur einen halben Liter zu
trinken bei 40°C, das wollte und konnte ich jetzt nicht mehr.
Ich erreichte mit Hängen und Würgen die Kleinstadt,
die ja schon auf meinem Weg zur chinesischen Grenze lag. Nun musste ich
planen, denn mit dieser Ausrüstung konnte es unmöglich weitergehen. Ich
stieg in einer Herberge ab und fuhr am nächsten Tag mit dem Bus 200km
nach Almaty zurück nach Westen. Das Fahrrad hatte ich in der Herberge
unterstellen können. So eine Busfahrt ist allerdings ein Abenteuer für
sich. Jeder Mitfahrer muss sich automatisch darauf einstellen, dass der
Bus bei dieser Fahrweise in irgendeinen Abgrund stürzt oder im Sand
landet. Allerdings konnte ich bei den Mitfahrern nicht das geringste
Angstgefühl ablesen. Vielmehr saßen sie gemütlich mit Kind auf dem
Schoß, schliefen oder ratschten, als ob es nichts Gewöhnlicheres als
diese Busfahrt gäbe. Für mich jedenfalls gewöhnungsbedürftig!
In der Millionenstadt Almaty kam ich bei Ludmila
unter, die mir die Tante einer Klassenkameradin vermittelte, ein
Prachtstück von Gastgeberin, die mich bewirtete und mir hier die
Umgebung zeigte.
Ich suchte auch in den zahlreichen
Fahrradgeschäften nach Gepäckträgern. Einen low-rider bekam ich jedoch
nicht!!! (Einen schönen Gruß an die dt. Botschaft, die sich nicht gerade
durch Kooperationsbereitschaft -und wie man sieht- Fachwissen
hervorgetan hat.!) Ich kaufte also Mäntel und zwei normale Gepäckträger
und muss wieder improvisieren, aber das bin ich jetzt schon gewöhnt.
Als nächstes werde ich zu meinem Fahrrad
zurückkehren und es mit den neuen Ersatzteilen bestücken. Dann geht’s
weiter nach China!
Bis dann Michael